Merlindisch

Unter meinen Kunstsprachprojekten ist das Merlindische das mit Abstand ehrgeizigste und ambitionierteste. Seit nun fast zehn Jahren arbeite ich (mit zum Teil sehr langen Pausen) an dieser Sprache und in dieser Zeit habe ich viele Elemente dieser Sprache grundlegend umgearbeitet.

Merlindisch ist eine Ergativ-Sprache. Das heißt grob gesagt, dass bei Sätzen mit einem transitiven Verb als Prädikat das Subjekt mit einem eigenen Kasus markiert wird, während das Objekt in der Grundform steht, also unmarkiert ist. Im Gegensatz zu allen lebenden Sprachen auf der Erde soll das Merlindische vollständig ergativisch sein, sowohl in der Morphologie als auch in der Syntax. Es gibt auch viele lebende Ergativsprachen, doch alle von ihnen haben irgendwo auch akkusativische Strukturen. Das ist im Merlindischen anders. Dort wird die Ergativität konsequent angewendet.

Das Merlindische erinnert in seiner Gestalt sehr stark an semitische Sprachen. Das liegt daran, dass der Wortschatz auf Wortwurzeln basiert, die aus jeweils drei Konsonanten zusammengesetzt sind. Diese Konsonanten (die sogenannten Radikale) drücken die Grundbedeutung eines Wortes aus, während die Vokale, die zwischen den Radikalen stehen, eine bestimmte Nuance ausdrücken. Es gibt dafür bestimmte Schemata, die sich mit der Wortwurzel verbinden und so ein Wort mit einer bestimmten Bedeutung bilden. Dieses System macht den merlindischen Wortschatz sehr flexibel.

Im Grunde basiert das von mir geplante Merlindische auf dem Merilindischen, dass ich im Jahr 2002 erfunden habe und den älteren Versionen des Merlindischen, die den Entwicklungsstand zu bestimmten Zeiten widerspiegeln. Inspiration für das Merlindische habe ich mir vom Adûnaischen von J.R.R. Tolkien geholt, aber auch vom Baskischen und dem Altägyptischen.

Die merlindische Sprache soll abgesehen von ihrem Erbwortschatz auch Lehnwörter aus dem Darûsischen enthalten, das ich dazu parallel entwickle.

Man kann im Merlindischen eine gewisse Sprachevolution nachvollziehen. So gab es in einer früheren Phase dieser Sprache einmal einen produktiven Dativ, der aber vollständig wegfiel. Nur in einigen festen Wendungen ist der Dativ noch sichtbar. Auch das Vokalsystem zeigt Anzeichen von Verschleifungen und Assimilationen. Ich werde diese aber erst noch im Detail entwickeln müssen. Eine weitere Besonderheit ist das Zahlensystem, das eine Mischung aus dem Dezimal- und dem Vigesimalsystem darstellt.