Merlindisch (2005)

Dies ist der erste Entwurf der merlindischen Sprache, an der ich bis heute arbeite. Er stammt aus dem Jahr 2005 und beinhaltet bereits einige Grundkonzepte, die bis heute in der Sprache vorkommen.

Vorbild für diese Sprache war besonders das Adûnaische, die Sprache der Menschen von Númenor aus dem Werk von J.R.R. Tolkien, wie auf der Website Ardalambion beschrieben. Besonders faszinierte mich an dieser Sprache der Aufbau des Wortschatzes. Wie bei den semitischen Sprachen setzen sich die Wortwurzeln aus drei Konsonanten, den sogenannten Radikalen, zusammen. Im Adûnaischen hat jede Wortwurzel zusätzlich einen charakteristischen Vokal, der die Wortbildung entscheidend beeinflusst. Dies habe ich in dieser Form des Merlindischen so umgesetzt, dass es verschiedene Wurzeln mit den selben Konsonanten, aber verschiedenen Wurzelvokalen gibt.

Ich habe mich aber auch an der baskischen Sprache orientiert. So ist das Merlindische wie das Baskische eine Ergativsprache, d.h. das Satzsubjekt steht in Verbindung mit einem transitiven Verb in einer besonderen Form, dem Ergativ, während das Satzobjekt in der Grundform (hier Absolutiv genannt) steht.

In einer Hinsicht ist das hier das Erbe des Merilindischen. Das Verbsystem basiert zu großen Teilen auf dem Altägyptischen, das für das Merilindische Pate stand. Dies gilt auch für den momentan aktuellen Entwurf des Merlindischen.

Für diese Fassung des Merlindischen existiert ein relativ umfangreiches Wörterbuch, das nach Wortwurzeln geordnet ist. Dabei sind Substantive, Adjektive und Verben überproportional stark vertreten, während andere Wörter wie Adverbien und Partikeln nur einzeln aufgeführt sind. Ich hatte bereits eine Liste von zu ergänzenden Wörtern aufgestellt, die ich jedoch nicht zu Ende geführt habe.

Die Wortbildung hat sich schließlich zum größten Hemmschuh für diese Sprache erwiesen. Es gibt nur wenige Wortbildungsmuster, die alle in einem starren Schema eingebettet sind, so dass es schwierig ist, neue Wörter zu bilden. Außerdem war der Gebrauch dieses Schemas innerhalb der Wurzeln willkürlich und unsystematisch, so dass vom Schema keine Rückschlüsse auf die Wortbedeutung möglich ist.

Diese starre Wortbildung führt dazu, dass die Sprache schwerfällig und mühsam zu sprechen ist. Daher beschloss ich, die Sprache zu überarbeiten und die Wortbildung neu zu konzipieren.