Merilindisch

Peru vixe söju, ü xien van niutes s’uan, nohojan sisemaje. Seit’u vixa vixe amei tanisa, seit’u vixa vixe one xaia, feu vixa vixa rem ün joso. Mitu t’a söju: pja zet‘ s’oi gva oi t’ö per oi pa rem höb nö sisemaje. Mitu nö sisemaje: Satöm söju, pan zet‘ s’oi gva oi perun: pa rem, pa nib, arai pa s’uan ni nö söjuje i vixa zabs ü s’ömin nüef oi nö söjuje xien van niutevi s’uan. Oi satömus vitu t’a söju zi pa sos’töp.

-Indogermanische Fabel-

Merlilindisch ist ein wenig ambitioniertes Projekt, das ich eher nebenher entwickelte. Ich steckte nicht sehr viele eigene Ideen in diese Sprache, sondern konzipierte sie ziemlich sklavisch anhand der altägyptischen Sprache, wie sie im Band „Hieroglyphisch“ aus der Kauderwelsch-Reihe des Reise-Know-How Verlags beschrieben ist. Einige Konsonanten wurden abgewandelt und die Wörter wurden neu vokalisiert. Aber ansonsten ist diese Sprache eigentlich Altägyptisch aus der Zeit des Neuen Reiches (1550 bis 1070 v. Chr.).

Dieses Projekt ist die erste Stufe in der Entwicklung des Merlindischen (Marla). Aus einem Nebenprojekt wurde also eines meiner Hauptprojekte, in das ich Jahre der Konzeption und der Ideen reinsteckte. Das Merilindische hat zwar nicht mehr viele Ähnlichkeiten mit dem Merlindischen – die Grammatik wurde grundlegend neu konzipiert und mehrfach umfassend überarbeitet – doch enthält die merlindische Grammatik noch einige charakteristische Konzepte dieses ersten Projektes.

Die aktive Entwicklung des Merilindischen beendete ich relativ früh. Bei der allerersten Version (Version A) endet die Wörterliste plötzlich beim Buchstaben H. Ich habe noch die Notizen einer etwas späteren Version (Version B) entdeckt, deren Wortschatz schon etwas umfangreicher war, den ich aber auch nicht umfassend ausgearbeitet hatte. Die Grammatik beider Versionen ist bis auf einige Details nahezu identisch. Lediglich einige Formen sind etwas abgeändert, um sie besser aussprechbar zu machen.

Ich entwickelte für das Merilindische ein eigenes Alphabet. Das besondere daran ist, dass ich bei diesem Alphabet (soweit ich weiß) kein konkretes Vorbild hatte wie bei den anderen von mir entwickelten Schriften. Die Form der Buchstaben dachte ich mir also selbst aus. Das Alphabet gefiel mir so gut, dass ich später die Melín, die lyrische Buchschrift des Cleaulem, nach seinem Vorbild gestaltete. Und noch heute halte ich dieses Alphabet für ästhetisch sehr gelungen.

Ursprünglich hatte ich keine konkreten Vorstellungen über ein Volk, das diese Sprache sprechen sollte. Erst später kamen mir die Ideen für das merlindische Volk, das aus dem Westen in den Osten der „Großen Feste“ wanderte. Das Merilindische wurde schließlich einfach die Sprache des Volkes, das im Land südlich des Kaiserreiches Mame lebte. Über seine Geschichte hatte ich mir noch lange keine Gedanken gemacht. Dies kam erst Jahre später mit dem Merlindischen.