Mame

Mame war mein allererster Versuch, eine künstliche Sprache zu erschaffen. Wann genau, weiß ich nicht mehr, aber es war an einem Abend im Jahr 2000, als ich die plötzliche Idee hatte, eine eigene Sprache zu erfinden. Und an diesem Abend entwarf ich den kompletten Grundstock des Mame. Später kamen noch einige kleinere Erweiterungen hinzu.

Wie genau ich auf diese Idee kam, weiß ich nicht mehr, aber diese Eingebung war der Keim für die Leidenschaft und die Begeisterung, die ich noch heute für Sprachen und Sprachstrukturen empfinde. Ich kam erst später mit den Projekten anderer Autoren (z.B. den Sprachen Tolkiens im Jahr 2001) in Kontakt, so dass ich vollkommen unabhängig von äußeren Einflüssen die Idee hatte, eigene Sprachen zu entwickeln.

Man kann sich aber darüber streiten, ob Mame wirklich eine Sprache ist. Es hat nur ein sehr beschränktes Vokabular von lediglich 149 Wörtern und keine nennenswerte Grammtik. Die Wörter werden einfach wie in einer Pidginsprache ohne jede Flexion und ohne fixierte Regeln aneinandergereiht. So gleicht diese Sprache eher einem Code. Die Idee dahinter war die Erstellung eines Minimalwortschatzes, durch den mit so wenigen Wörtern wie möglich alle Gedanken ausgedrückt werden sollten. Komplexere Begriffe sollten dabei mit Komposita ausgedrückt werden. Ob dies im Mame zufriedenstellend möglich ist, kann bezweifelt werden.

Als meinem allerersten Projekt kommt dem Mame eine sehr wichtige Bedeutung zu. Deshalb stelle ich diese Sprache hier auch vor, da die den Grundstock für meine späteren Projekte darstellt. Dass Aufzeichnungen zum Mame überhaupt erhalten geblieben sind, ist dem Umstand zu verdanken, dass ich das Mame in meiner Zusammenstellung der Sprache Loimepa als „klassische Sprache“ mit aufnahm. Überhaupt übernahm das Loimepa viel von Mame, so das Lautsystem mit lediglich 10 Phonemen und die Wortstruktur mit verschiedenen Formen je nachdem, ob das Wort alleine oder als Bestandteil eines Kompositums vorkommt.

Ich plane in Zukunft eine Sprache zu entwickeln, die von der Idee her auf dem Mame basiert: das Mámé. Man sieht schon am fast identischen Namen, dass beide Sprache die Rolle in der von mir erdachten Welt teilen: die klassische, altehrwürdige Sprache eines großen und mächtigen Kaiserreiches. Die Sprachen an sich werden aber keinerlei Ähnlichkeiten mehr zueinander aufweisen. Trotzdem wird mit dem Mámé ein Kreis geschlossen und der Höhepunkt einer Entwicklung erreicht sein, die bereits seit über 14 Jahren andauert.