Mámé

Von der Konzeption her ist das Mámé eigentlich die älteste meiner Kunstsprachen. Denn sie leitet sich vom Mame, meiner allerersten Kunstsprache, ab. Von der Rolle in der von mir erdachten Welt sind beide Sprachen auch identisch, aber im Sprachbau könnten beide unterschiedlicher nicht sein.

Das Mame, das ich im Jahr 2000 erdachte, war eine isolierende Sprache mit einem sehr begrenzten Wortschatz ohne jede Flexion. Das moderne Mámé hingegen ist als stark flektierende Sprache mit einer großen Zahl an verschiedenen Flexionsformen gedacht. So wird ein Substantiv mit 12 Kasus dekliniert, darunter diversen Lokalkasus mit einem einzigartigen Konzept. Die Lokalkasus werden nämlich in materielle und abstrakte Lokalkasus eingeteilt. Die Verbkonjugation wird auch recht ausgefeilt sein mit diversen Verbalaspekten und unregelmäßigen Formen. Ich habe jedoch noch keine detaillierten Vorstellungen von der Verbflexion. Insgesamt lehnt sich das Mámé in seiner Struktur stark den alten indoeuropäischen Sprachen an (ohne dabei sklavisch deren Struktur kopieren zu wollen), also Latein, Altgriechisch und Sanskrit.

Mámé ist in meiner Welt die Sprache eines großen und mächtigen Kaiserreiches. In diesem fungiert es als offizielle Sprache über viele Jahrhunderte, auch nachdem sich die Volkssprache inzwischen weiterentwickelt hat. Es ist auch die Ursprache für weitere von mir geplante Kunstsprachen (Melánisch und Loimé). Es nimmt in dieser Welt als „tote Sprache“ gewissermaßen die Rolle des Lateinischen ein.

Lokalkasus

Hier noch ein Überblick über die Lokalkasus im Mámé:

Das Kasussystem ist teils vom Finnischen, teils vom Quenya (das selbst dem Finnischen nachempfunden ist) inspiriert. Die Lokalkasus sind hier ebenfalls in zwei Kategorien aufgeteilt, wobei ich hier ein anderes Konzept verfolge. Es gibt materielle und abstrakte Lokalkasus.

Die Materiellen Lokalkasus bezeichnen die konkrete räumliche Einordnung eines Objektes. Der Lokativ bezeichnet dementsprechend die Position bei oder innerhalb eines Objektes. Der Ablativ bezeichnet die Bewegung aus oder von einem Objekt weg und der Allativ die Bewegung zu einem oder in ein Objekt hinein. Diese Lokalkasus entsprechen also den inneren und äußeren Lokalkasus im Finnischen, wobei die Unterscheidung im Mámé vom Satzzusammenhang und den verwendeten Verben abhängt.

Die Abstrakten Lokalkasus bezeichnen die Beziehung, die ein Objekt mit dem Satzsubjekt oder mit anderen Objekten eingeht. Durch den Respektiv wird ausgedrückt, dass die Handlung auf ein Objekt bezogen ist oder dass es dieses Objekt betrifft. Ich habe ihn dem Quenya entnommen, wo die Verwendung dieses Kasus umstritten ist. Im Mámé habe ich diesem Kasus eine Bedeutung gegeben, die meiner Meinung nach auch auf sein Äquivalent im Quenya passen würde. Ich möchte hier aber nichts Falsches behaupten, es ist einfach meine Interpretation dieses Kasus.

Der Genetiv drückt aus, dass etwas von einem Objekt herrührt bzw. von ihm herstammt. Ich bin mir nicht sicher, ob er im Mámé auch den Besitz kennzeichnet oder ob ich dafür einen eigenen Kasus (Possessiv) reservieren werde. Der Dativist demensprechend der Kasus des Empfängers.

Man sieht, dass die genaue Belegung der abstrakten Lokalkasus im Mámé noch nicht festgelegt ist, da dieses Konzept noch recht neu ist und ich es noch werde prüfen müssen. So werde ich zum Beispiel darüber nachdenken, durch welchen Kasus ich die Präposition “wegen” ausdrücken werde, da im Prinzip sowohl der Respektiv als auch der Genetiv dafür in Frage kämen.