Loimepa

Loimepa war meine erste Sprache mit komplexer Grammatik und Wortbildung. Ich beschäftigte mich ungefähr ein Jahr mit der Entwicklung dieser Sprache. Die Grundlagen (Grundwortschatz und die Grundzüge der Grammatik) erstellte ich in wenigen Tagen, während ich diese nach und nach erweiterte und verfeinerte.

Eine Besonderheit dieser Sprache ist ihr Wortschatz. Es gibt einen relativ begrenzten Vorrat an Grundwörtern, aus denen durch Komposition die restlichen Vokabeln gebildet werden. Dieses Prinzip hatte ich aus dem Mame übernommen. Wie im Mame gibt es für jedes Grundwort je nachdem, ob es alleine steht oder als Bestandteil eines Kompositums, zwei Varianten. Alleinstehend besteht ein Grundwort aus drei Buchstaben, während es als Bestandteil eines Kompositums aus zwei Buchstaben besteht, einem Konsonanten und einem Vokal.

Laut- und Wortbildung

Bei alleinstehenden Grundwörtern ist nur wichtig, dass sie aus drei Buchstaben bestehen. Die Silbenstruktur spielt dabei keine Rolle. Die Grundwörter können also verschiedene Schemata haben (K=Konsonant, V=Vokal): KVK (lim – „Tag“), VKV (apu – „Welt), KVV (kea – „Kopf“), VVK (aup – „sogar“) und andere Kombinationen. Es existieren sogar Grundwörter, die nur aus Vokalen bestehen, wie iau (und).

Das Lautsystem des Loimepa ist sehr simpel. Es verfügt über lediglich zehn Phoneme: die fünf Vokale A, E, I, O, U und die fünf Konsonanten K, L, M, N, P. Dadurch kann es bei Komposita leicht zu Homonymen kommen, da der Bestand an einfachen Silben durch die geringe Phonemanzahl stark begrenzt ist (insgesamt 50 für die Schemata KV und VK).

Ursprünglich sollte das Loimepa wie sein Vorgängerprojekt Pamepa eine logographische Schrift erhalten, bei der jedes Grundwort durch ein eigenes Schriftzeichen ausgedrückt werden sollte. Doch entschied ich mich schon bald für die Verwendung des lateinischen Alphabets, da ich fand, dass eine logographische Schrift der wachsenden Komplexität dieser Sprache nicht gerecht werden konnte.

Grammatik

Loimepa ist eine agglutinierende Sprache. Die Deklination und die Konjugation sind einigermaßen Komplex. Es gibt in der Deklination acht Kasus mit vier Numeri und eine nach Tempus, Person und Modus und Genus operierende Konjugation. Im Laufe der Zeit entwickelte ich auch Deklinationsformen für diverse Pronomina und Adjektive. Ich überarbeitete mehrfach die Deklination und die Konjugation grundlegend, so dass diese Bereiche der Grammatik in der Entwicklungszeit starken Veränderungen unterworfen waren.

Durch den geringen Phonembestand sah ich die Notwendigkeit, die grammatischen Endungen mit diakritischen Zeichen zu markieren, um sie von den Wortwurzeln zu unterscheiden. Dasselbe gilt für bestimmte Wortbildungsaffixe. Die Diakritika beeinflussen aber nicht die Aussprache, so dass die Formen in der gesprochenen Sprache weiterhin mehrdeutig bleiben. Dies zeigt bereits die Grenzen der Nutzbarkeit dieser Sprache.

Die Entwicklung des Loimepa

In der Zeit, in der ich mich mit dem Loimepa befasste, stellte ich Listen mit allerlei Begriffen zusammen, die ich in diese Sprache übersetzte und dabei an den begrenzten Lautbestand anpasste. Dazu gehören z.B. geographische Namen (Länder, Flüsse, Seen), Namen von Himmelskörpern (Sterne, Planeten, Monde) und allerlei Tierarten (auch diverse Dinosaurier). Diese Listen werde ich hier nicht veröffentlichen, da sie für die Darstellung der Sprache selbst nicht sehr interessant sind und eigentlich nur eine Spielerei darstellen.

Nachdem ich mich über ein Jahr intensiv mit dem Loimepa befasst hatte, kam ich zu der Einsicht, dass ich mit dieser Sprache in eine kreative Sackgasse geraten war. Die Wortbildung war nicht flexibel genug, um komplexere Dinge auszudrücken. Ich hatte bereits starke Kompromisse eingehen müssen, um die Sprache zu erweitern, vor allem im Wortschatz. Auch schränkte der kleine Phonembestand die weiteren Möglichkeiten massiv ein. Ich wandte mich also anderen Projekten zu mit dem Ziel, eine Sprache zu entwickeln, die für eine komplexe Kommunikation geeignet war. In dieser Zeit begann ich mit der Entwicklung des Kleaulem.