Flamomänisch

Flamomänisch ist direkt im Anschluss ans Espanzo entstanden. Genauso wie Espanzo ist es eine aposteriorische Sprache. Die Idee dahinter war, ein Bindeglied zwischen den westgermanischen Sprachen zu erschaffen. Aus diesem Grund sieht die Sprache auch wie eine Mischung aus Deutsch und Niederländisch aus.

Der Name „Flamomänisch“ erinnert an „Flämisch“, und diese Ähnlichkeit ist nicht zufällig. So soll auf den westgermanischen Ursprung dieser Sprache Bezug genommen werden. Doch ich fand diesen Namen schon immer ziemlich umständlich und sperrig, habe ihn aber immer mangels besserer Alternativen beibehalten. Mir fiel nie ein wirklich guter Name für diese Sprache ein.

Ich zeichnete das Flamomänische in derselben roten Kladde auf, in der auch das Espanzo beschrieben ist. Die Fertigstellung der Sprache mit Grammatik und Vokabular nahm genau 107 Tage in Anspruch. Ich weiß das, weil ich damals auch aufschrieb, wann ich mit der Aufzeichnung der Sprache begann und wann ich damit fertig war.

Lautlich gesehen ist die Sprache eine bunte Mischung aus Deutsch und Niederländisch. Vokale werden immer mit einem e gelängt, was ich einführte, um die Orthographie ein wenig exotisch erscheinen zu lassen. Der Laut [v] wurde in der ursprünglichen Version mit v geschrieben. Bei der Übertragung des Wörterbuches in die elektronische Form habe ich diese Schreibung aber in w geändert, da dies meiner Meinung nach besser zum Charakter dieser Sprache passt. Dasselbe gilt für den Laut [x], der in der ursprünglichen Version gh geschrieben wurde. Nun schreibe ich ihn wie im Deutschen ch.

Die Grammatik bietet keine besonderen Überraschungen. Sie ist eine vereinfachte Version der deutschen bzw. niederländischen Grammatik. Die meisten Verben sind durchgehend regelmäßig. Es gibt aber weiterhin starke Verben mit Ablaut in Präteritum und Perfekt.

Das Vokabular entstand wie beim Espanzo mithilfe des Wortmuseums im Buch „Die Sprachen der Welt. Geschichte – Grammatik – Wortschatz in vergleichender Darstellung“. Wie beim Espanzo sind die Ableitungen und Veränderungen aber sehr willkürlich und inkonsequent. Lautgesetze werden nicht eingehalten und insgesamt wirkt die ganze Sprache irgendwie gezwungen. Zu dieser Zeit fehlten mir noch die Grundlagen, um diese Sprache systematisch und zufriedenstellend zu entwickeln.

Flamomänisch und Espanzo sind Schwestersprachen. Sie sind in derselben Zeit entstanden und bilden eine eigene Phase in der Entwicklung meiner Kunstsprachen. Ich möchte irgendwann einmal eine germanische Sprache auf Grundlage des Flamomänischen entwickeln, bei der die Ableitungen konsequent und linguistisch nachvollziehbar sind.